Frauenfrühstück
Frauenfrühstück: Leben und Wirken der Großherzogin Luise von Baden

Zum Thema „Leben und Wirken der Großherzogin Luise von Baden“ veranstaltete der Frauentreff der evangelischen Kirche Bammental am 25.04.2026 das traditionelle Frauenfrühstück. Die Organisation und die Durchführung lagen wieder in den Händen der Damen Ursula Breitenbach, Marianne Deibert, Nelly Hahn, Erika Höfer, Margot Lämmler, Inge Stern und Annerose Ziegler. Wie immer bereiteten sie ein opulentes Frühstücksbuffet vor, das keine Wünsche offen ließ. 60 Frauen aus Bammental und umliegenden Gemeinden besuchten die Veranstaltung. Nach gemeinsamem Singen und einem Tischgebet konnten die Gäste ausgiebig frühstücken und Gespräche führen.
Schließlich begann Frau Erika Höfer mit Ihrem Vortrag über Großherzogin Luise, die am 03.12.1838 als preußische Prinzessin in Berlin geboren und am 20.09.1856 mit Großherzog Friedrich von Baden verheiratet worden war. Die Großherzogin war schon früh sozial engagiert. Sie übernahm z.B. die Schirmherrschaft für eine Malerinnenschule. Vor allem aber gründete Sie maßgeblich den Badischen Frauenverein, der zwar konservativ und nicht auf Gleichberechtigung ausgerichtet war, aber dennoch bald die bedeutendste Frauenwohlfahrtsorganisation Badens wurde. Er förderte u.a. die Erwerbsmöglichkeiten für Frauen in der Fürsorge sowie im erzieherischen und krankenpflegerischen Bereich. Es entstand das Luisenhaus in Karlsruhe als Mutterhaus, aus dem die sog. Luisenschwestern als Krankenpflegeabteilung des Vereins hervorgingen. Im Deutschen Krieg 1866 sorgte Luise dafür, dass die Krankenpflegeabteilung unter die Statuten des badischen Roten Kreuzes gestellt wurden. Dies war möglich, weil Baden kurz zuvor die sog. Genfer Konvention als Grundlage des Roten Kreuzes unterzeichnet hatte. Im Ergebnis wurde die badische Schwesternschaft die älteste Rotkreuz-Schwesternschaft überhaupt und die älteste Rotkreuz-Organisation in Deutschland.1917 erhielt Luise als „hohe Schützerin des Roten Kreuzes“ von der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg die Ehrendoktorwürde. Sie starb am 23.04.1923. Ihre Welt war schon vorher durch das Ende der Monarchie untergegangen. Die von ihr und dem Frauenverein geschaffenen Institutionen wie Krankenhäuser, Ausbildungsstätten usw. existieren als Institutionen der öffentlichen Hand bis heute weiter.
In ihrem brillanten Vortrag schuf Frau Erika Höfer mit Hinweisen auf Adelshierarchie, Familienverhältnisse, Kriege, hygienische Verhältnisse usw. nebenbei ein Bild des Umfeldes, in dem sich die Großherzogin Luise von Baden bewegte. Vor diesem Hintergrund kann man das Engagement von Luise besonders würdigen.
Frau Höfer, die uns Großherzogin Luise von Baden auf eine ebenso kompetente wie kurzweilige Art nahe brachte, erntete für ihren interessanten und sehr gelungenen Vortrag großen Applaus. Mit angeregten Gesprächen klang die schöne Veranstaltung aus.
Für den Frauentreff
Marianne Deibert


